Der
spanische Entdecker Juan Ponce de Léon war bereits 1513 in der Nähe der
Mündung des St. Johns River an Land gegangen. Aber erst 1565 wurde von dem
Abenteurer und Lebemann Pedro Menéndez de Avilés begonnen, die Gegend zu
besiedeln und da er am Tag des Heiligen St. Augustin dort ankam, nannte er
diese Stelle St. Augustine. So darf sich St. Augustine damit rühmen, die
älteste dauerhafte europäische Siedlung in Nordamerika zu sein. Die Gebäude
stammen aus der spanischen Kolonialzeit des 17. und 18. Jh. Das
Castillo de San Marcos, die älteste Steinfestung der USA aus dem späten 17.
Jh., hat 5 m dicke Wände und einen 13 m breiten Festungsgraben (Eintritt 6
USD). Das Fort war unbezwingbar, es wurde niemals eingenommen. Das
denkmalgeschützte Festungsbauwerk war einst wichtiger Stützpunkt der Spanier
zur Sicherung der Schifffahrtsroute von Havanna nach Spanien. Über zwei
Zugbrücken erreicht man den Haupteingang, der in einen Innenhof mündet. Eine
Treppe führt hinauf auf das Kanonendeck, das einst mit mehr als 60 Kanonen
bestückt war und einen schönen Blick auf die Altstadt bietet.
Nach Ende des amerikanischen Bürgerkrieges
setzte für St. Augustine eine andere “Invasion” ein. Mit seiner von den
Spaniern geprägten Architektur, der natürlichen Schönheit seiner Umgebung
und seinem perfekten Klima zog es immer mehr Besucher aus den nördlichen
Breitengraden an. Henry M. Flagler merkte sehr schnell, dass diese Stadt
eine potentielle Goldgrube war, und
finanzierte den Bau einer Eisenbahnlinie, die Passagiere von New York nach
St. Augustine bringen sollte. Die Bahnfahrt dauerte weniger als 24 Stunden.
Seine beiden Nobelhotels, das Ponce de Léon Hotel und das Alcazar, waren
luxuriös genug, um alle die Reichen und Berühmten nach St. Augustine zu
ziehen.
Die
Stadt ist sicher die schönste in Florida und lohnt einen Ausflug besonders.
In der Weihnachtszeit sind die Straßen festlich beleuchtet. Das malerische
Old St. Augustine Village wurde schön renoviert, die St. George Street, eine
backsteingepflasterte Straße, führt durch den historischen Bezirk und
offeriert eine Reihe ungewöhnlicher Shops, ein paar gute Restaurants und
natürlich eine Reihe "ältester" Attraktionen wie das älteste Schulhaus. Die
Atmosphäre gleicht ein wenig der Drosselgasse. Man sollte unbedingt auch mal
durch die Nebenstraßen schlendern, die weniger Rummel aber viele herrliche
alte Häuser aufweisen.
Die King Street wird dominiert von den
beiden einstigen Hotels, die Henry Flagler 1888 erbauen ließ, das Alvarez
und das Ponce de Leon liegen genau gegenüber. Im Gonzales-Alvarez-House sind
spanische sowie britische Einflüsse in Architektur und Gartenbepflanzung
noch nachvollziehbar. Henry Flagler eröffnete es 1888 als eines der ersten
mehrstöckigen Gebäude in Betonbauweise, man sieht ihm von vorne seine
gewaltigen Ausmaße nicht an. Der Millionär Lightner kaufte das Gebäude 1936,
um seine Sammlung dort unterzubringen und schenkte es der Stadt. Das
Lightner Museum ist noch heute hier untergebracht, aber seit einigen Jahren
dient das riesige Gebäude auch als Rathaus (City Hall).
Genau
gegenüber lag das Ponce de Leon Hotel, das aber schon wenige Jahre nach der
Eröffnung schließen musste und seit 1967 vom Flagler College genutzt wird.
Es ist sicher das beeindruckendste Bauwerk der Stadt, ein weitläufiges
Gebäude im spanischen Stil und berühmt für seine Tiffany-Fenster. Es kann
besichtigt werden. In der King Street, Ecke Cordova Street ist mit dem Santa
Monica ein weiteres luxuriöses Hotel aus dem Jahre 1888, das aber noch heute
betrieben wird.
Interessant ist das kleine, neben der City
Hall liegende Gebäude, die Villa Zorayda, erbaut 1883 als Wintersitz des
Bostoner Millionärs Franklin Smith. Nach einem Besuch der Alhambra in
Granada war er so beeindruckt, dass er dieses Gebäude als exakte Kopie
eines Palastflügels errichten ließ, im Maßstab 1:10. Als Amateur-Architekt
entwarf er den Plan selbst. In den frühen zwanziger Jahren diente es kurz
als Spielcasino, bevor das Glücksspiel in Florida verboten wurde und ist
seit 1936 ein Museum für Gegenstände orientalischer Kunst.
Es ist besonders reizvoll, aber nicht sehr
billig, mit einer Kutsche durch die Stadt zu fahren. Um die Marina herum
gibt es viele gute Restaurants, in denen man mit Blick zum Hafen speisen
kann. Die legendenumwobene Brücke der Löwen führt auf die andere Seite der
Matanzas Bay mit dem St. Augustine Lighthouse und Museum und der
Alligator-Farm, beide auf Anastasia Island.
St. Augustine besitzt 43 Meilen Strand. An
einigen Stränden sind Fahrzeuge erlaubt.