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Agadir

Agadir liegt in einer weiten, geschützten Buch mit kilometerlangen, feinen Sandstränden und ist der Hauptbadeort ausländischer Touristen mit unzähligen Hotels, vor allem der gehobenen Klasse. Die Provinzhauptstadt mit 599.300 Einwohnern wurde nach dem verheerenden Erdbeben von 1960 an anderer Stelle völlig neu aufgebaut und bietet daher keine historischen Kulturdenkmäler.

Als Standpunkt für Ausflüge ins Landesinnere mit abschließendem geruhsamen Badeaufenthalt ist die moderne Stadt jedoch gut geeignet. Das völlig auf Touristen eingestellte Seebad hat ein mildes Klima - im Winter kaum unter 16°C, im Sommer selten über 27°C, angenehme Wassertemperaturen - und eignet sich gut zum Überwintern. Allerdings gibt es häufig bis zum Mittag Dunst und Nebel. Als ich Ende Mai vom weit über 30°C heißen Imouzzer in die Stadt kam, kühlte der Nebel die Temperatur auf gut 20°C.

Agadirs Geschichte

Agadir bedeutet "Festung der Klippen", ein passender Name für die strategische Lage, die schon früh erkannt wurde. Es gab bereits eine karthagische Handelsstation Rusadir und ein römisches Portus Risadir, doch ist darüber wenig überliefert. 1505 errichteten Portugiesen in der geschützten Bucht eine befestigte Handelsniederlassung mit Namen Santa Cruz. Ein reger Warenumschlag entwickelte sich, der sich nach der Einnahme durch die Meriniden im Jahr 1541 beschleunigte. Santa Cruz wurde wichtiger Hafen für die im Binnenland gelegene Sous-Hauptstadt Taroudannt. Vor allem Zuckerrohr, Datteln, Gold und Sklaven wur­den verschifft. Doch im 17. Jh. verdrängte der billigere brasilianische Zucker den einheimischen vom Markt und der Niedergang Agadirs begann. 1765 schloss Sultan Mohammed ben Abdallah den Hafen zugunsten des von ihm gegründeten Essaouira, die Stadt verlor völlig an Bedeutung.

Zu Beginn des 20. Jh. gründeten mehrere deutsche Unternehmen aufgrund der Erzvorkommen im Hinterland Handelsniederlassungen. Doch den Franzosen missfiel sehr, dass der strategisch wichtige Hafen in deutschen Händen war. Das Kanonenboot "Panther" lief am 1. Juli 1911 in Agadir ein, um die deutschen Interessen zu wahren, und löste damit fast den ersten Weltkrieg aus. Durch einen im gleichen Jahr geschlossenen Vertrag erhielt jedoch Deutschland als Ausgleich für seinen Rückzug aus Marokko einen Teil von Französisch-Zentralafrika. Agadir entwickelte sich unter dem französischen Protektorat rasch.

Bis am 29. Februar 1960 ein nicht allzu starkes Erdbeben, dessen Zentrum aber genau unter der Kasbah lag, die Stadt in wenigen Sekunden in Trümmer legte, 15.000 der damals fast 40.000 Einwohner kamen ums Leben. Hilfsaktionen aus vielen Ländern halfen dem jungen Staat beim Wiederaufbau. Eine moderne, klar gegliederte Stadt wurde konzipiert, drei Kilometer von der ehemaligen erdbebengefährdeten Stelle entfernt.

Sehenswert in Agadir

Einziges Relikt aus alten Zeiten sind die vom Erdbeben übrig gelassenen Reste der 1540 von Sultan Mohammed ech Cheikh auf einem 236 m hohen Hügel über dem Hafen errichteten Kasbah, von der aus er die Portugiesen belagerte. Moulay Abdallah erweiterte 1752 die Festung. Eine Tafel mit Inschrift in Arabisch und Holländisch erinnert an eine Handelsniederlassung von 1746. Der zwanzigminütige Aufstieg lohnt sich allein für den großartigen Ausblick auf die weite Bucht von Agadir. Ruhe hat man leider nicht, etliche Kinder und Jugendliche wollen ihr Geschäft mit den Touris machen.

Interessant ist der Besuch des Fischereihafens am Nachmittag, wenn die Kutter von ihrer nächtlichen Fahrt zurückkommen und den Fang zur Versteigerung abliefern. Agadir ist der größte Sardinenhafen der Welt, die Fische werden direkt am Ort in Dosen konserviert und in die ganze Welt exportiert. Andere Fische werden in Kühllastern bis nach Europa transportiert. Doch wird auch ein Teil der Beute an Ort und Stelle gegrillt und auf langen Tischen preiswert serviert oder an Hausfrauen und Restaurantköche verkauft. Die Restaurants im Hafen waren früher ein Geheimtipp, gehören jedoch heute zu den teureren Lokalen.

Durchgangsstraße ist die breite Avenue Mohammed V, an deren westliche Seite sich parallel zum 8 km langen Strand die Hotelzone mit Restaurants, Cafés und schicken Boutiquen entlang der Parallelstraße Boulevard du 20 Août anschließt. In den Supermärkten ist wirklich alles zu kaufen, deutsche Zeitungen sind überall erhältlich und jeder Geschäftsmann und das Hotelpersonal sprechen deutsch. Der Urlauber kann sich also wie zu Hause  fühlen. 

Boulevard du 20 Août

An der Strandpromenade gibt es McDonald und Pizza-Hut. Wer jedoch im Sommer nach Agadir kommt muss sich darüber im Klaren sein, dass er den Strand mit den Einheimischen teilt, d.h. es ist sehr voll, ein ruhiges Nickerchen kaum möglich. Einige Hotels haben einen abgeteilten Liegbereich, aber der größte Teil ist öffentlich zugänglich. Es gibt abgeteilte Bereiche, in denen man bequeme Liegen unterm Sonnenschirm mieten kann (natürlich dicht an dicht), dort auch Bewirtung. Pro Person etwa 15 – 20 Dirham. Es wird auch Paragliding angeboten.

Östlich der Avenue Mohammed V ist das Geschäftsviertel mit dem Uniprix-Supermarkt, der Stadtverwaltung, Post und Theater, eine Markthalle bietet frisches Obst, Fisch, Käse und Wurst in reichhaltiger Auswahl. Gegenüber dem Hotel Salam ist im Theatergebäude ein kleines Volkskunstmuseum mit traditioneller Handwerkskunst untergebracht. In der Rue de Marrakech ist eine Katholische Kirche mit regelmäßigen Gottesdiensten.

þ  Mein Tipp!  Wer Agadir preiswert erleben möchte, findet im Viertel Talborjt mit dem Platz Tamri im Mittelpunkt ansprechende Hotels und Restaurants, hier in der Nähe des Busbahnhofs ist immer ziemli­ches Leben. Nahebei ist der Ausstellungsraum des Centre Artisanal mit Festpreisen, dort kann man sich vor dem Feilschen in Souvenirläden über Preise informieren.

Selbstversorger finden die günstigsten Einkaufsmöglichkeiten zwischen der Rue du Fes und der Avenue Mougaouama. 3 km südöstlich vom Zentrum findet von Dienstag bis Sonntag auf einem 7 ha großen Gelände, umzogen von einer 6 Meter hohen Zinnenmauer mit Bastionen, ein lebhafter Markt statt. An der Ausgangsstraße nach Inezgane ist das Einkaufszentrum Marjane, an der neuen vierspurigen Ausfallstraße ein nagelneuer Metro-Markt, beide mit westlichem Warenangebot.

Restaurants

La Langouste, Chemin de l'Oued Souss. Fleisch, Fisch und frische Langusten, extravagant für den Lukullus der Nouvelle cuisine.

Das Restaurant du Port direkt im Hafen ist bekannt für frische Fischgerichte.

Riad Yacout, Av. 29 Février (in der Nähe der Klinik Massira), Tel. 84 65 88. Unbedingt einen Besuch wert ist die berühmte marokkanische Patisserie mit Restaurant. Man sitzt in einem lauschigen, blühenden Garten voller singender Vögel in Käfigen, eine Oase in der verkehrsreichen Stadt.

Hildes Marine Heim, Av. Mohammed V (neben den Autovermietungen). Bekannt für deutsche Küche: Bratwurst, Schweinefleisch, Filterkaffee. Hilde gibt es nicht mehr, das Restaurant wird im alten Stil betrieben, die Qualität soll gelitten haben.

Mozartstube, 24 Avenue des F.A.R. (am Taxiplatz), Tel. 028 82 45 64. Die Österreicherin Maria bietet alles vom Wienerschnitzel bis zur Sachertorte.

McDonald, Bd. Mohammed V sowie an der Strandpromenade. Für alle die, die die marokkanische Küche nicht mehr sehen können.

Bank: In der Stadt gibt es mehrere Banken mit internationalem Geldautomat.

Reiseagentur: Amina Tours, Bureau 30 im Complexe Tagadirt, Tel. 028 - 82 22 45, Handy 061 – 17 05 66, www.amina-tours.de.vu, E-Mail: aminatours@yahoo.fr. Amina, die Besitzerin dieser kleinen Tour spricht perfekt deutsch und hat sich auf ganz individuelle Reisen für kleine Gruppen spezialisiert. Es geht entweder mit Geländewagen oder Minibus durchs Land. Es kann sehr interessant sein, das Land einmal in Begleitung einer einheimischen Frau zu besuchen, Amina war die erste Frau Marokkos, die den Busführerschein gemacht hat und hat ein äußerst interessantes Leben aufzuweisen.

Unter den Sonnenschirmen sind Liegen zu mieten
Einkaufszentrum beim Hotel Tafoukt

Wie gut, dass es McDonald's gibt!

Im Sommer ist der Strand sehr gut besucht

 

 
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