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Marrakech

Die einstige Königsresidenz, mit 736.500 Einwohnern an vierter Stelle im Land, ist für viele die schönste und orientalischste Stadt Marokkos und Jahr für Jahr Anziehungspunkt für unzählige Touristen. Malerisch schon die Lage auf der Haouz-Ebene inmitten eines riesigen Palmenhains, im Hintergrund die oft schneebedeckten Atlasgipfel. Im Stadtbild sieht man einträchtig nebeneinander Mädchen in hochmodischen Jeans und tiefverschleierte Frauen. So liegen auch die traditionelle Medina und die moderne Neustadt Gueliz harmonisch beieinander. Schon immer wichtiger Umschlagplatz zwischen Nord und Süd ist auch heute die "Perle des Südens" von lebhaftem Handel und Jahrmarktstimmung geprägt. Die Bevölkerung ist weitgehend berberischer Abstammung.

Marrakech von obenEntwicklung der Medina von Marrakech

Während der französischen Protektoratszeit (1912 - 1956) entstanden in Marokkos Städten außerhalb der traditionellen Medinas neue Verwaltungs- und Wohngebäude, die alte Bausubstanz wurde unverändert belassen. Seit der Unabhängigkeit wanderte die marokkanische Oberschicht in die Wohnungen der Neustädte ab, die Medina wurde zu einem Quartier für die mittleren und unteren Einkommensschichten, es wurde wenig zur Erhaltung der Bausubstanz getan. In neuerer Zeit wurde jedoch erkannt, dass die Altstädte eine kulturelle Bedeutung für die Weltgesellschaft haben und wurden daher von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Seit den 90er Jahren trägt der Tourismus entscheidend zur Erhaltung der Altstädte bei, das wird besonders am Beispiel der Medina von Marrakech deutlich. Traditionelle Bazarläden werden zu modernen Geschäften umgebaut, dabei aber die architektonische Schönheit erhalten, alte Paläste werden zu exquisiten Restaurants mit Bauchtanz und andalusischer Musik umgebaut. Der Verkauf von Riads - Wohnhäuser mit atriumsartigem Innenhof oder Garten - manchmal sogar ein Pool, von denen es etwa 2.800 in der Stadt gibt, - an Europäer boomt, Ende 2000 waren bereits 500 Europäer im Besitz von Häusern, mit steigender Tendenz. Dadurch sind natürlich auch die Preise ins Unermessliche gestiegen. Der Besitz eines Riads in Marrakech ist inzwischen ein Statussymbol, bietet die Stadt doch Exotik pur, ein faszinierendes Panorama vor den oft schneebedeckten Gipfeln des Hohen Atlas sowie ganzjährigen Sonnenschein und kaum Niederschlag. Zudem ist die Stadt in nur wenigen Flugstunden von Europa zu erreichen.

Marokkanisch-französische Immobilienfirmen kümmern sich um den kompletten Ankauf inklusive Grundbucheintrag, Umbau und Innenausstattung. Eine Rechtssicherheit für ausländischen Grundbesitz wird vom marokkanischen Staat gewährt. Interessant wird ein solcher Grundbesitz auch durch die geringeren Lebenshaltungskosten in der Stadt, selbst Bedienstete kann man sich im Gegensatz zu Europa leisten. Ein Großteil der Häuser wird privat als Ferien- oder Ruhestandsdomizil genutzt, aber viele auch als Gästehäuser für Touristen offengehalten. Inzwischen soll es 110 dieser Maison d'Hôtes geben, die meist nur 3 - 10 Zimmer vermieten und eine sehr authentische und komfortable Unterkunft anbieten.

Bei nur 2.800 Riads und bereits 500 ausländischen Eigentümern - viele von ihnen haben mehrere nebeneinanderliegende Häuser im Besitz - ist klar, dass ein Ende der Kaufentwicklung und ein Steigen der Preise abzusehen ist. Daher werden inzwischen auch bereits einfache Wohnhäuser aufgekauft, abgerissen und völlig neu im Riad-Stil mit Innenhof aufgebaut. Ganz nebenbei wird so die Altstadt restauriert, wiederbelebt und mit einer modernen Infrastruktur ausgestattet. Und es werden Arbeitsplätze für Handwerker und Dienstleistungspersonal geschaffen. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass der Ausverkauf an Fremde, der unterschiedliche Lebensstil der Europäer (viele Homosexuelle haben sich diese liberale Stadt als Wohnort ausgesucht) sowie die Abhängigkeit vom ausländischen Kapital Spannungen erzeugen kann.

Wer nun gleich einen Riad kaufen will oder mehr erfahren möchte, auch über Möglichkeiten zur Übernachtung, hier gibt es alle Infos: http://www.riad2000.com/

Tipps zur Stadtbesichtigung

Wer zum erstenmal am Flughafen Marrakech marokkanischen Boden betritt und noch keine Erfahrung mit dem orientalischen Leben hat, sollte vielleicht erst eine Reise in den geruhsameren Süden machen und sich die lebhafte Stadt für die Rückkehr aufheben, sie kann auf den Neuling manchmal recht aggressiv wirken.

Einen Stadtrundgang beginnt man am besten an dem Platz Djemaa el-Fna, der seinen Namen angeblich dadurch erhielt, dass dort früher die Köpfe der Gehenkten öffentlich aufgespießt wurden. Am schönsten ist es, sich in einem der Hotels direkt am Platz einzumieten und das Leben und Treiben dieser faszinierenden Welt im Kleinen zu beobachten. Doch gibt es auch auf den Cafés Dachterrassen, von denen ein Blick (und vor allem Fotos) auf das bunte Spektakel bei Bestellung eines Getränks möglich ist.

þ  Mein Tipp!  Ein Bummel über diesen Jahrmarkt kann sehr anstrengend, bei richtigem Verhalten aber auch sehr angenehm sein. Der geschulte Blick des Marrakschi erkennt sofort den unsicheren Fremden und drängt sich - manchmal recht aggressiv - als Führer auf oder verlangt ein Trinkgeld für Fotos, die man gar nicht schießen wollte. Besonders geschäftstüchtig sind die Wasserverkäufer in ihren malerischen roten Gewändern mit dem breitkrempigen Hut und der münzenbesetzten großen Geldtasche aus Leder, die heute ihr Geld nur noch als Fotomodell verdienen. Wer seine Ruhe haben will, lässt Kamera und Handtasche im Hotel und geht nur mit ein wenig Kleingeld in der Tasche sicheren Schrittes und gesenkten Blickes über den Platz. Es ist manchmal erstaunlich, wer einem alles etwas zu sagen hat. Wenn man die Anreden einfach ignoriert, geben sie bald auf.

Hotels in Marrakech

 

 

 

Jardin Majorelle

Vom Bd. Mohammed rechts abbiegen auf den Bd. M. Zerktouni, der in die Avenue Yacoub el Mansour übergeht. Dort ist nach etwa 1 km links das Hotel Marrakech Palm Club, dahinter links in der kleinen Straße ist der Eingang zum Garten.

Eher neu ist der exotische Garten des französischen Malers Jacques Majorelle (1886 - 1962). Er war der Sohn des bekannten Möbeldesigners Louis Majorelle aus Nancy und kam 1917 aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung wegen dem warmen und trockenen Klima zum ersten Mal nach Marokko und Marrakech. Er widmete darauf hin sein ganzes Leben diesem Land. Er malt die Souks und das tägliche Leben und wird zu dem marokkanischen Maler. Marschall Lyautey, der französische Generalresident, wird sein Freund.

1924 kauft er das Gelände und kreiert um sein Atelier einen botanischen Garten mit Pflanzen aller fünf Kontinente mit Bananenstauden, Bougainvilleen, Kakteen, Palmen und Goldfischteichen. Ein schattiges Paradies voller zwitschernder Vögel. Winston Churchill stattete dem Maler bei seinen Aufenthalten in der Stadt immer einen Besuch ab. Im Jahr 1947 wurde der Garten für die Öffentlichkeit geöffnet. 1962 kehrte Majorelle nach einem Autounfall nach Frankreich zurück und starb im gleichen Jahr.

Nach dem Tod des Malers wucherte zunächst Unkraut in dem kleinen Paradies, bis der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent zusammen mit Pierre Bergé das Anwesen kaufte, restaurierte und weiter für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Im ehemaligen Atelier des Malers, in einem außergewöhnlichen Blau gestrichen, ist nun ein kleines Museum (Musée Art Islamique) mit Teppichen und Keramik, wo auch Werke von Majorelle ausgestellt sind.

 

Ausflug ab Marrakech

Ein sehr ungewöhnlicher Ausflug, der in keinem Reiseführer beschrieben ist führt zur kreisrunden und vollständig ummauerten

Zaouia Sidi-Abdallah-Ben-Sassi.

 

Dazu Marrakech auf der P 24 Richtung Beni Mellal, Fes verlassen. Nach 15 km folgt das Straßendorf Oued Lalijar, dort zweigt links eine schmale Straße ab zur Zaouia, die nach 5 km nach der Überquerung eines breiten Oueds folgt.
In alten Zeiten vor der Asphaltstraße verlief der Karawanenweg an diesem Oued entlang und die Ortschaft war sehr bedeutsam mit einem wichtigen Wochenmarkt. Sie wurde von dem frommen Mann Sidi Abdallah Ben Sassi gegründet, der in der von ihm errichteten Zaouia den Reisenden freie Unterkunft und Verpflegung gewährte. Er stand in dem Ruf, die Baraka Allahs zu besitzen und bei Problemen wie Krankheit oder fehlendem Kindersegen aufgrund dieser Baraka helfen zu können. 
Noch heute pilgern die Gläubigen zu seinem Grab und befestigen symbolisch ein kleines Vorhängeschloss an das Gitterfenster seiner Grabstätte. Mit dem Abschließen dieses Schlosses wird somit das Problem weggeschlossen.

 
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