Die Provinzhauptstadt mit heute 44.800 Einwohnern
wurde erst 1928 als Garnison der französischen Fremdenlegion gegründet,
entsprechend neu und uninteressant ist ihr Stadtbild. Dennoch ist
Ouarzazate als Stützpunkt für Fahrten ins Dra-Tal und Tafilalet
bedeutend und wurde touristisch stark ausgebaut. Das erhöhte Arbeitsplatzangebot
zieht viele Bewohner des Südens an, so dass in den 90er Jahren großzügige
neue Wohnviertel entstanden sind. Der kleine Flughafen hat Verbindungen zu
den übrigen Airports im Land, wöchentlich landet eine Maschine aus
Paris.
Bitte sprechen Sie den Ortsnamen nicht wie "Kwarzazate"
sondern wie "Uarzazate"
aus, der erste Buchstabe ist kein "Q", hier wurde der arabische
Namen in die französische Schreibweise umgesetzt.
Stadtrundgang
Hauptader ist die vierspurige Avenue Mohammed V,
die sich auf 5 km durch die langgestreckte Stadt zieht und an der alle
wichtigen Einrichtungen liegen. Zunächst folgen einige Autowerkstätten,
dann links - neben einer Tankstelle - das Hotel La Gazelle. Etwas weiter
der weiträumige Platz 3. März mit Café, mehreren Reisebüros und
Mietwagenunternehmen. Flugtickets sind jedoch nur direkt am Flughafen erhältlich.
Kurz danach geht es links zur Markthalle mit begrenztem saisonalen
Angebot.
Erst dann, nach der Großen Moschee, folgt das
eigentliche Zentrum mit mehreren einfachen Hotels, Banken,
Souvenirboutiquen, Apotheke, Restaurants. Rechts ein gut sortierter
Supermarkt mit Alkoholverkauf. In der Parallelstraße links ist das Geschäftszentrum
und ein kleiner, täglicher Souk.
An der Hauptstraße folgt die Polizeipräfektur,
hinter der der Bus- und Louageplatz liegt. Die CTM-Station dagegen ist an
der Hauptstraße neben der Post. In der Buchhandlung gegenüber einziger
Zeitungsverkauf in der Innenstadt. Gleich danach ein kleiner Platz mit der
Touristeninformation und der Nachtapotheke.
Links führt eine Straße auf den Hügel zu einem großen Komplex mit
zahlreichen, neu errichteten Hotels der gehobenen Klasse. Rechts zweigt
eine Straße ab zu einer Furt über das Oued Ouarzazate, jenseits beginnt
der Vorort Tabounte mit
mehreren Mittelklassehotels. Weiter führt die Straße als P 31 nach
Zagora.
Auf der Hauptstraße folgt einige hundert Meter
weiter die Kasbah Taourirt. Die
ehemalige Residenz der Glaoua-Paschas ist umgeben von einem befestigten
Dorf. Die Kasbah wurde liebevoll restauriert, hier hat die C.E.R.K.A.S.,
eine Gesellschaft, die sich um die Erhaltung und Restaurierung des
Kulturgutes in Zusammenarbeit mit der UNESCO kümmert (siehe Ait
Benhaddou), ihren Sitz. In den Räumen soll ein Volkskundemuseum
untergebracht werden. Vor der Kasbah wird man unweigerlich von Führern
erwartet, die auf einem Rundgang durch das Dorf begleiten wollen. Es ist
keineswegs verboten, durch das alte Dorf zu schlendern, auch kostet es
keinen Eintritt. Aber es ist natürlich etwas schwierig, den Führer
abzuschütteln. Aber vorher über den Preis sprechen (ca. 10 DH)!
Gegenüber der Kasbah ist ein Ensemble Artisanal mit Handwerksräumen, dort werden Stickereien,
Teppiche und Schmuck hergestellt und verkauft.
Auf der Hauptader und Ausfallstraße nach
Tinerhir gelangt man durch ein Neubauviertel zum Park 6. November, einem
kleinen Zoo mit heimischen Tieren in kümmerlichen Käfigen. Davor ist am
Dienstag Souk, etwas weiter liegt der Campingplatz. Am Ortsausgang links
der Flughafen.
2 km außerhalb ist Douar Tamassinte, dort
ist das Gelände der Atlas Film Corporation. In Marokko ist eine richtige
Filmindustrie entstanden. Auf dem Gelände ist das Hotel Club L'Oscar,
eine Dependance des Hotels Salam in Ouarzazate. Das Gelände mit vielen
Kulissen aus in der Umgebung gedrehten Filmen kann gegen ein Eintrittsgeld
von 10 DH besichtigt werden. Das gewaltige Eingangstor ist mit riesigen
Figuren aus Ägypten geschmückt. Der Reiterhof hält Araberpferde und Kamele
für die Filmproduktion bereit, dort kann man auch Ausritte machen.