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Tafraoute und Tal der Ammeln

TafraouteDie Stadt ist berühmt für ihre Lederschuhe. In kleinen Läden sitzen Schuhmacher und fertigen die eigentümlichen Lederpantoffel mit der hochgezogenen Fersenlasche in den Farben gelb, rot und natur. Für Frauen gibt es bunt bestickte und mit Bommeln verzierte Schühchen. Die Berberfrauen sind dekorativ in dunkelblaue, mit Goldborden abgesetzte Tücher gehüllt. Die Bewohner sind Fremden gegenüber höflich und zurückhaltend, doch hat der starke Tourismus in den letzten Jahren einige Händler von außerhalb angezogen, die in bekannt aggressiver Art Kunden gewinnen wollen. Wenn man die in gewohnt blauer Kleidung auf Motorrädern liebenswürdig grüßenden Schlepper dieser größeren Souvenirgeschäfte ignoriert, hat man seine Ruhe.

Die Post ist gleich am Platz am Ortseingang von Tiznit, dort befinden sich auch die meisten Souvenirboutiquen, die Banque Populaire (Freitag geschlossen) ist gegenüber. Vom Campingplatz aus stadteinwärts befindet sich ein guter Bäcker mit köstlichen Croissants, dahinter ist die Hammam. Alkohol gibt es nur im Hotel des Amandiers. Im Winter kann es empfindlich kalt werden, da freut man sich über ein geheiztes Hotelzimmer. Im Sommer wird es dagegen oft sehr heiß.

 

die Bunten SteineDie bunten Steine von Tafraoute (N29º40'2, W8º58'5) liegen in einem wunderschönen Tal mit bizarren Felsen. Vom Abzweig geht eine Piste in 3 km bis zu den bemalten Felsen, sie ist allerdings von tiefen Spurrillen durchzogen. Mit Pkw muss man schon vorher parken und das letzte Stück zu Fuß gehen. Man erreicht eine Hochebene, auf der wie von Riesen verstreute Felsbrocken liegen, in der Ferne die ersten bemalten Felsen. Das Gelände ist sehr schön auch zum Campen, es ist am Abend meist ganz einsam und viel schöner als auf dem Campingplatz von Tafraoute.

Die Steine wurden 1984 von dem belgischen Künstler Jean Verame mit über 18 Tonnen Farbe in den Farben rot, blau, schwarz und violett bemalt. Obwohl es ein Eingriff in die Natur ist, ist dieser Anblick sehr beeindruckend. Ähnliche Projekte hat der Künstler im Sinai und im Tibesti-Gebirge unternommen. Durch die Witterungseinflüsse sind die Felsen inzwischen sehr verblasst, aber ein Besuch lohnt immer noch.

Tal der Ammeln

Wer Tafraoute auf der Straße nach Agadir verlässt, kommt nach 3 km an eine Kreuzung. Dort beginnt das Tal der Ammeln, das sich zu beiden Seiten hinzieht.

Unterhalb des gewaltigen Felsmassivs des 2.359 m hohen Djebel Lekst erstreckt sich das 15 km lange, nur wenige Kilometer breite Tal von Norden nach Süden. Hier herrschen natürliche Voraussetzungen für Ackerbau und Besiedlung. Die rosa- und ockerfarbenen Dörfer sind in der Nähe von Wasserläufen emporgeschossen, welche die Berghänge nieder brausen, und die Bewohner haben terrassenförmige Anbauflächen für Getreide, Mandelbäume und Olivenhaine angelegt. Die sieben Stämme jener Gegend zählen insgesamt etwa 80.000 Menschen. Sie bilden zusammen eine begrenzte geographische Einheit und besitzen gegenüber Fremden eine eigene Identität. Der Sammelbegriff für diese Stämme lautet "Ammeln".

Museum: La Maison Traditionelle, Douar Oume Snate, 5 km außerhalb an der Straße nach Agadir (siehe auch bei Hotels). Eines der traditionellen Häuser in einem Ammeln-Dorf wurde als Museum eingerichtet und zeigt typische Bausweise und Einrichtung dieser Häuser.

Der Eingang für die Familie ist immer im Erdgeschoss. Auf dieser Etage befinden sich außerdem drei Mühlen. Eine für Arganien, eine für Getreide, eine für Gewürze. Außerdem ist dort der Kuhstall. Die Kühe bleiben ganzjährig im Stall, während Schafe und Ziegen nur draußen in den Bergen bleiben. Die Männer hatten häufig vier Ehefrauen, um die viele Arbeit eines solchen Haushaltes zu bewältigen. Es gab weder Wasser noch Strom, daher mussten Brennmaterial und Wasser von den Frauen außerhalb geholt werden.

Der 1. Stock enthielt die Familienräume, Küche und Lagerraum für Lebensmittel, außerdem gab es einen kleinen Waschraum, der nur von Frauen und Kindern benutzt wurde, die Männer wuschen sich in der Moschee. Der Raum bestand lediglich aus einer Sitzfläche, das benutzte Wasser (aus Eimern) lief durch ein Loch nach draußen ab. Es gab keine WCs. Im 2. Stock war dann die kleine Terrasse zwischen zwei Türmen, die von der Familie im Sommer auch zum Schlafen genutzt wurde. Aber im wesentlichen war diese oberste Etage den Gästen vorbehalten, es gab einen extra Eingang über eine Treppe und einen großen, vornehm eingerichteten Salon.

Das Museum (Anfahrt wie beim Gästehaus unten) kann täglich besichtigt werden, Eintritt 10 DH.

Hotel siehe hier

 

 
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