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Dar Zineb

La Maison Saharouie, Dar Zineb, Palmeraie de Tighmart, Ait el Khanouss, N28º56.818, W9º57.786, Tel. 028 – 87 07 06, Mobil 071 – 32 37 17, http://lamaisonsaharaouie.site.voila.fr, darzineb@hotmail.com. Anfahrt: Guelmim auf der Straße nach Assa verlassen, nach 3 km rechts nach Asrir abbiegen. Nach 12 km geht rechts zwischen zwei Mauern eine Piste in die Palmeraie ab, das Haus liegt kurz hinter der verlassenen rosa Schule.

Wer Marokko seit über 20 Jahren kennt, weiß wie sehr es sich verändert hat. Die Marokkaner, die mit Touristen zusammenarbeiten, haben sich auf die westliche Kultur und Bedürfnisse eingestellt und erfüllen deren Wünsche nach Komfort und Sauberkeit. Darüber hinaus werden sehr viele Hotels und Restaurants von Europäern betreiben. Das zeigt sich nicht nur in komfortablen Hotelzimmern mit Bad, warmen Duschen, Klimaanlage und opulentem Frühstück, das geht bis zu solchen Kleinigkeiten, wie den Kaffee in einer Porzellantasse statt traditionell im Glas zu servieren (was einfach viel besser schmeckt und den Einheimischen auch im selben Café vorgesetzt wird). Oder auch der köstliche marokkanische Milchkaffee, den man nur in den kleinen einheimischen Cafés findet, während die Hotels einen dem westlichen Geschmack angepassten verwässerten Kaffee servieren. Oder das Tajine, das traditionell in einer Tonschale über Holzkohle gegart wird, die dann in die Mitte des Tisches gestellt wird und aus der alle mit Hilfe von eingestipptem Brot die leckere Soße auftunken und die Gemüse- und Fleischstücke herausfischen. In Touristenhotels wird es zwar in einer Schale serviert (in der es vermutlich noch nicht mal gegart wurde), aber dann bekommt jeder Gast seinen eigenen Teller und Besteck. Der köstliche Geschmack der langsam gebrutzelten Soße geht dabei völlig verloren.

Zudem werden den Gästen, die das „echte“ Marokko kennen lernen wollen, Ausflüge geboten, die zwar in ein Berberdorf gehen, aber dort in ein extra dafür hergerichtetes Haus und genau wie vor, mit westlich angepasster Esskultur. Oder das Biwak in der Wüste, wo man auf unbequemen Stühlchen sitzt statt sich bequem auf den Teppichen lagert und in einem oft schon halb einzementierten Zelt schläft statt unter freiem Himmel.

 

Viele „alte“ Marokko-Reisenden trauern trotz allem Fortschritt, der auch seine guten Seiten hat, diesem ursprünglichen Leben ein wenig nach. Und es ist wohl wirklich eine Laune des Schicksals, dass ausgerechnet eine Französin diese alten Traditionen bewahrt und den Touristen, die dies einmal erleben wollen, nahe bringt. Saliha, die zum Islam übergetreten ist, hat in einer kleinen, abgelegenen Oase westlich von Guelmim, das ein Pauschaltourist schon selten zu sehen bekommt, ein Bauernhaus gekauft und sich dort häuslich eingerichtet. Sie lebt noch ganz original das bäuerliche Leben, backt ihr Brot im Lehmofen, kocht ihr Tajine über Holzkohle und pflegt einen guten Kontakt zu ihren Nachbarn. Zineb, ein kleines Mädchen aus dem Dorf, deren Eltern ihre reiche Kinderschar nicht ausreichend versorgen konnten, wurde von ihr an Kindes statt angenommen und lebt nun ein behütetes, glückliches Leben mit sauberer Kleidung und Schulbesuch, statt wie ihre Geschwister schon in jungen Jahren ihren Lebensunterhalt als billige Arbeitskraft in fremden Familien zu verdienen. Das Haus trägt ihren Namen.

 

Ein solches Bauerhaus ist ein von einer Mauer umschlossener Komplex in der Oase, mit einer großen Hoffläche, in der sich Brunnen und Backofen befinden. Mit Lehm, dem natürlichen Baustoff der Region, können mit recht einfachen Mitteln jeweils Zimmer nach Wunsch errichtet werden. So hat Saliha drei kleine Räume für Gäste eingerichtet und bietet nun ein liebenswertes Maison d’hôtes an. Der Aufenthalt wird allen gefallen, die eine Oase der Ruhe suchen und einmal vom hektischen Alltag ausspannen möchten. Sie bereitet ein wirklich köstliches Tajine zu, jeden Tag ein anderes Rezept. Tajine wird der Tontopf genannt, aber auch die Gerichte, die darin gegart werden. Und ihre Rezepte stammen aus der Gegend und sind sehr viel originaler als die abgewandelten Tajines in Hotels.

 

 

Bei einem Besuch gab es Kamelfleisch-Tajine mit Gemüsen, Rosinen und Honig. Die Bestandteile werden dekorativ in der Schale aufgestapelt, etwas Wasser und die Gewürze zugegeben und dann, ohne umzurühren, unter der spitzen Haube garen lassen. Dazu wird frisch gebackenes Brot serviert.

Die Sanitäreinrichtungen bestehen im Moment aus einem sehr sauberen Raum mit Stehklo und Waschbecken. Als Dusche gibt es, wie auch im Dorf üblich, einen Eimer mit Becher, mit dessen Hilfe man sich das Wasser über den Kopf gießt, Saliha ist gerne bereit, es zu erhitzen. In der Sonne getrocknete Lehmbausteine liegen schon bereit, um demnächst einen Hammam zu bauen. Das Wasser für ein solches Bad wird mit Holz erwärmt, der Körper mit Naturseife abgeschrubbt, die Haut mit einer Peeling-Kur aus Rhassul und Henna behandelt und zum Schluss gibt es noch eine Massage mit Arganienöl.

Ein paar Tage in diesem Maison d’hôtes eignen sich für Familien und für Einzelpersonen gleichermaßen. Aber besonders schön für Einzelreisende ist es, dass es natürlich am Abend ein gemeinsames Essen gibt, bei dem alle anwesenden Gäste und die Hausherrinnen Saliha und Zineb aus einer Schale speisen. Oder auch aus zwei, wenn es zu viele Leute sind. Genau wie beim Nachbar nebenan!

 

EZ 50 DH, DZ 70 DH, Platz im Zelt 20 DH, Frühstück 25 – 35 DH je nach Umfang, Abendessen 50 DH, EZ/HP 135 DH, DZ/HP 230 DH. Die Waschmaschine kann gegen Gebühr genutzt werden. Ein junger, vertrauenswürdiger Guide steht bereit, um auf Wunsch die schönsten Ecken der Region zu zeigen, wie die Wasserbecken bei Fask oder direkt in der Oase.

 
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