Im Jahr 2003 ging es dann per Flieger nach
Marokko und dort in einen gemieteten Geländewagen, aber so richtig
fühlte sich das für mich nicht an. Ich wollte endlich wieder in mein
Lieblingsland mit dem eigenen Steuer in der Hand. Aber Roadster +
Geländewagen? Das kann ich mir nicht leisten.
Die Lösung
Also warum nicht einmal mit dem MX-5 in die Wüste?!
Die Herausforderung
So einige meiner befreundeten Marokkoreisekollegen hielten mich
schlicht für wahnsinnig (Jan: das halte ich für besch ...), die
MX5ler dagegen fanden das völlig normal. Aber einige Probleme mussten
zuvor gelöst werden.
Probleme, die sich nicht stellen:
Pistenfahren: Als ich mir 1986 meinen ersten Geländewagen
anschaffte, war das, weil in die Winkel, in die ich wollte, keine
öffentlichen Verkehrsmittel fuhren oder es zumindest sehr umständlich
war. Heute sind in Marokko die Straßen bis in die hintersten Winkel
geteert und ich komme mit meinem MX5 überall dorthin, wo ich auf der
kommenden Reise hinkommen möchte.
Treibstoff: Diesel war immer die beste Treibstoffart für
Marokko, weil überall erhältlich. Aber auch da hat sich das Land
modernisiert und es gibt auch in Erfoud oder Zagora bleifreies Benzin.
Probleme, die gelöst werden mussten:
Ersatzrad: Mein Auto hat als Ersatzrad nur ein Notrad. Das
machte mir das meiste Kopfzerbrechen, da ich schon unzählige
Reifenpannen in Marokko hatte. Am liebsten hätte ich ein komplettes
Ersatzrad mitgeführt. Aber der Meister versicherte mir glaubhaft, dass
keine Chance besteht, ein solches in dem Wagen unterzubringen, es sei
denn, stehend auf dem Beifahrersitz oder außen auf einem extra
Gepäckträger, der nicht abgeschlossen wäre. Beides wollte ich nicht.
Aber MX5- und andere -fahrer (z.B. Oli) versicherten mir, dass es sich
mit dem Notrad bestens fährt und schließlich ist in Marokko an jeder
Ecke ein Reifenflickdienst. Zusätzlich habe ich noch zwei Extra-Schläuche besorgt.
Sowie meinen guten, alten hydraulischen Wagenheber und ein Radkreuz eingepackt.
Versicherung: Meine HUK hat mir die grüne Karte für Marokko
anstandslos gegeben, verweigerte aber die Kaskoversicherung. Nach
langem Warten und mehreren Telefonaten bot man mir schließlich an, die
Vollkaskoversicherung zu übernehmen, aber nur, wenn ich eine höhere
Selbstbeteiligung akzeptiere, in meinem Fall 1.000 Euro. Das kostete
dann einen Aufpreis von 30 Euro für die drei Wochen. Der auch bei der
HUK abgeschlossene Schutzbrief schließt Marokko ein.
Gepäck: Ich finde es eine richtige persönliche
Herausforderung nach Alleinfahrten mit einem langen Geländewagen und
unglaublich viel Gepäck, nun nur mit wenig Ersatzwäsche auszukommen.
Motorradfahrer schaffen das schließlich auch, warum also nicht auch
ich. Notebook, GPS, Kamera und mein Buchmanuskript auf Papier sind
unverzichtbar, aber sonst wird gespart.
Das Ziel
Mein Ziel ist, nicht nur persönlich eine schöne, erlebnisreiche
Reise mit vielen neuen Informationen für mein Buch zu erleben, sondern
vor allem auch zu zeigen, dass Marokko ein Land ist, in das jeder
reisen kann, auch ohne Geländewagen und Wüstenausrüstung bzw.
-erfahrung. Für einen kurzen Urlaub bis 2 Wochen ist bestimmt ein
Mietwagen das richtige, aber ab 3 Wochen rentiert sich durchaus die
Reise mit dem eigenen PKW, und das trauen sich leider noch allzu
wenige Leute zu. Die Straßen sind gut, wenn nicht gerade ein harter
Winter wieder ein Stück Teer zunichte gemacht hat, wie das gerade in
der Todraschlucht passiert ist.
Die Route
Wiesbaden - Mühlhausen - Sète (Autofähre Marrakech) -
Tanger - Chefchauen - Fes - Rissani - Merzouga - Tazzarine - Zagora -
Ouarzazate - Marrakech - Meknes - Tanger - Wiesbaden, ca. 7.500 km
Gefahren bin ich die Strecke im Mai/Juni 2005 in drei
Wochen.