|

| |
Ausflug ins Nomadenland und zu einer deutschen Olivenplantage
|
|
Wer einmal das ursprüngliche Marokko und die
Wüsteneinsamkeit erleben möchte sollte diesen Ausflug ins Nomadenland
machen, der auf der guten Teerstraße für jedes Fahrzeug machbar ist. Hier
kann man noch Kontakt zu Nomaden bekommen, die sehr freundlich und
zurückhaltend sind. Zunächst macht die karge Steppenlandschaft einen eher
trostlosen Eindruck, man muss tiefer eindringen, um die Schönheiten zu
entdecken und sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen. Wer genau aufpasst kann
Echsen in allen Farben und Größen über die Fahrbahn rennen sehen.
Unterkunft gibt es auf diesem Ausflug nicht. Wer übernachten
will muss mit Zelt oder Wohnmobil ausgerüstet sein.
Route: Südlich von Rich von der N 13 auf die R 708
nach Gourrama und Talsinnt abbiegen. Die schmale Asphaltstraße mit wenig
Verkehr verläuft über eine Wüstenebene auf etwa 1.400 Metern zwischen zwei
Bergzügen und erscheint wenig abwechslungsreich. Gourrama wird nach
42 km erreicht.
Gourrama
Die von den Franzosen erbaute Stadt war einst Station der
Fremdenlegion und hat 16.000 Einwohner. Der noch sehr ursprüngliche Souk ist
am Montag. Bei Gourrama gibt es einen Salzbrunnen, der noch heute in Betrieb
ist und über einen Fußmarsch von einer Stunde erreicht werden kann. Das sehr
salzhaltige Wasser wird zur Salzgewinnung verwendet.
Route: Weiter auf der R 708.
Km 72 Oase Ait Ichchou.
Das Dorf wird überragt von einem markanten Bergzug in Form eines
Kopfes. Dort gibt es noch nicht erforschte steinzeitliche Höhlen, in denen
Steinwerkzeuge gefunden wurden, die etwa 8.000 Jahre alt sind. Km 76
Es geht rechts ab nach Ait Sbaa (N32°24.237, W03°43.818). Km 84 Links
abbiegen auf kleine Piste (N32°22.547, W03°39.970), das weiße Haus der
Olivenfarm folgt nach wenigen Metern (N32°22.610, W03°39.811) kurz vor
dem Dorf Ait Sbaa. Ait Ouazzag liegt noch 4,5 km weiter.
|
Die Olivenfarm
Der Deutsche Thomas Friedrich, hat hier eine Farm in einer
wunderschönen Kulisse zwischen zwei Bergzügen mit einer Olivenplantage und
einer Schafzucht aufgebaut und gibt so vielen Menschen der Umgebung Arbeit
und Brot. Er hat 300 Ziegen, 200 Schafe, 32 Bienenkästen und 4.000
Olivenbäume. In dieser Gegend leben sowohl Berber als auch Araber, die aber
meist einen sehr unterschiedlichen Lebenskreis haben, sie wohnen auch in
getrennten Dörfern. Ali, ein Angehöriger der Ait Serhouchen (benannt nach
dem dort verlaufenden Gebirgszug) ist Vorarbeiter der Farm und wohnt mit
seiner siebenköpfigen Familie in einem Zelt hinter dem Haus. Obwohl Räume
für ihn angebaut wurden bevorzugt er sein Zelt. Die ganze Familie, sogar die
Großmutter, spricht ein wenig Deutsch, das sie von Thomas gelernt haben. Die
Familie ist deutsche Besucher gewohnt, es gibt keinerlei Belästigung wie
manchmal an anderen Orten. Von hier aus sind sehr interessante Sachen in der
Umgebung zu entdecken, Thomas gibt gerne Tipps. Wenn man den Kontakt zu
Thomas möchte sollte man vorher anrufen, denn er ist nicht immer da:
Mobiltelefon: 073 – 97 74 01 oder Email:
thomasfriedrich1@web.de |
  |
  |
|
Und wenn Sie mit einem geräumigen Fahrzeug anreisen freuen
sich die Bewohner, wenn Sie ein wenig abgelegte Kleidungsstücke wie Jeans,
T-Shirts oder Schuhe, auch Kindersachen mitbringen. In dieser weit abseits
des Tourismus gelegenen Gegend sind die Menschen noch sehr dankbar dafür und
können es gut gebrauchen. Thomas hat eine Kleiderkammer für Bedürftige
aufgebaut.
Freier
Stellplatz: Hinter Thomas’ Farmhaus gibt es eine Stellmöglichkeit für
Camper auf einer freien, ebenen Fläche. Sauberes Brunnenwasser ist
erhältlich, wenn im Sommer 2006 das Haus ans Netz angeschlossen wird kann
auch ein Stromanschluss gelegt werden. Das besondere an diesem Platz ist,
dass er in einer touristisch völlig unbekannten Gegend liegt und durch
Thomas der Kontakt zu den dort lebenden Nomaden vom Stamm der Ait Serhouchen
ermöglicht wird.
Was es zu entdecken gibt:
Die Quellen des Ait Aissa
Vom Haus noch 800 m weiter auf der Asphaltstraße liegen
links vor einer Brücke die Quellen des Oued Ait Aissa sehr schön in einem
oleanderbewachsenen Tal. Darüber ist eine große, ebene Fläche, die sich zum
Rasten wie auch Übernachten eignet. Zu der Quelle kommen täglich die
Nomadenfrauen und waschen ihre Wäsche oder Ziegenherden zum Trinken. Das 25
km lange Flussbett kann erwandert werden und belohnt mit wirklich einmaligen
Erlebnissen mit Nomaden und phantastischer Landschaft. Das Oued Ait Aissa
mündet dann bei Beni Tajjit in einen schön angelegten Stausee mit viel Grün,
der von den Kindern im Sommer zum Schwimmen und Angeln genutzt wird.
Freier
Stellplatz: An dieser wunderschönen, mit Oleanderbäumen bewachsenen
Quelle ist ein idealer Stellplatz für Camper. Anfahrt: Von der Olivenfarm
noch 800 m weiter auf der Asphaltstraße. Kurz vor der Brücke und Strommasten
geht links eine Piste ab zu einer großen, ebenen Schotterfläche (N32°22.591,
W03°39.217) über dem oleanderbewachsenen Oued Ait Aissa, das hier
entspringt. Außer quakenden Fröschen findet man hier völlige Ruhe.
|
  |
|

Ait Ouazzag
In diesem Oasendorf kann ein noch intaktes Foggarasystem
besichtigt werden, das Wasser von den nahen Bergen unterirdisch in einem
Kanal heranbringt. Dieser Kanal hat regelmäßig Einstiegsöffnungen, durch die
regelmäßig ein Mann herabsteigen muss, um den Kanal frei zu halten. Die
Löcher sind gut an den Haufen der augeworfenen Erd zu erkennen. Die Foggara
öffnet sich bei Ait Ouazzag und wird nach einem genau festgelegten
Stundensystem in die Oasengärten leitet. Dieses System nutzt die 24 Stunden
des Tages aus, so dass man auch z.B. mitten in der Nacht in seinen
Oasengarten muss, um die nach diesem Schema verlegten Bewässerungskanäle zu
öffnen und zu schliessen. Es gibt auch noch eine verlassene Kasbah, durch
die man wandern kann.
Das Dorf wird überragt von dem markanten Djebel Taroumi (Die
Fremde), der seinen Namen erhielt, weil dort in einer versteckten Höhle
früher mal eine sonderbare Fremde gewohnt haben soll.
Werkzeuge aus der Steinzeit
In den Höhlen bei Ait Ichou (14 km von der Farm
entfernt) wurden einige alte Steingeschosse (Steinkugeln aus Zwirlen)
gefunden. In der Umgebung finden die Nomaden manchmal Faustkeile und
ähnliches. Sie sind etwa 6.000 bis 8.000 Jahre alt (Jungsteinzeit). Manchmal
werden auch Teilstücke alter Pfeilspitzen aus Silex gefunden, welche älter
sind.
|
|