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Chinguetti
Heute liegt ein Großteil der Altstadt unter Treibsand begraben, die Einwohnerzahl betrug im Jahr 2000 nur noch 4.711. Vom Fluss getrennt liegt auf der anderen Seite der neue Teil mit den Verwaltungsgebäuden, in den man zuerst gelangt. Am Ende der Piste trifft man auf ein großes, rechteckiges Haus, das ist die Markthalle. Dort werden Lebensmittel verkauft, aber auch Souvenirs von Frauen angeboten. Leider handelt es sich nicht um schöne Kunsthandwerksprodukte, sondern um ziemlich billigen Trödel, der in einer Schale angeboten wird. Sobald man auftaucht wird man sofort von den Frauen umringt und zum Kauf gedrängt. Dennoch gibt es auch gutes zu berichten, ich verlor beim Aussteigen mein für meine Recherchen ziemlich wichtiges GPS-Gerät und ein Junge fand es und gab es mir. Das hat natürlich dann ein „Cadeau“ verdient. Ansonsten sollte man nicht wahllos Geschenke verteilen ohne Gegenleistung. Das verführt nicht nur die Kinder zum Betteln, sondern man hat auch sofort einen ganzen Schwarm Frauen und Kinder hinter sich. Vor der Markthalle rechts geht es durch enge Gassen zu der sehenswerten mittelalterlichen Moschee aus dem 13. Jh. Auf der Spitze des Minaretts sind jeweils an den vier Ecken des Turms große Straußeneier angebracht. Leider ist auch hier der Eintritt nur Moslems gestattet. Daneben ist die Bibliothek mit alten Manuskripten aus dem 17. Jh. (Eintritt 1.000 UM). Im Norden der Oase ist ein kleines Museum. Doch hat auch jeder, der noch ein altes Buch bei sich fand, ein Schild ans Haus angebracht „Bibliothek und Museum“. Auch ein Spaziergang in die Oasengärten, die von den früher als Sklaven gehaltenen Haratin bearbeitet werden, ist sehr reizvoll. Das Wasser wird aus großen Ziehbrunnen geschöpft. Außer Datteln wird auch Gemüse angebaut. Direkt hinter der Oase beginnen die großen Sanddünen, eine ständige Gefahr für das Überleben des Ortes. UnterkunftL’Eden, am Stadteingang links neben der Tankstelle, wenn man von Atar kommt, N20.27.828 W12.21.971, Tel. 540 0014, Mobil 646 2596, http://membres.lycos.fr/mahmoudeden/, mahmoudeden@yahoo.fr. Mahmoud hat bereits 1986 sein erstes Gästehaus in Chinguetti eröffnet und war damit einer der ersten in Mauretanien. Er ist außerdem der Verwalter einer dortigen Bibliothek. Schön ist die besondere Steinarchitektur des Gebäudes. Es gibt einen bepflanzten Innenhof, um den sich die Zimmer gruppieren. Sie sind hübsch eingerichtet, Lampen mit Solarstrom erleuchten auch die Nacht. Die Bäder sind separat, aber sehr ordentlich und hübsch mit warmem Wasser. Die Vollpension kostet 10.500 UM pro Person. Nun hat er auf einem 800 qm großen Grundstück neben dem Haus einen Campingplatz gebaut, der Stellfläche für ein gutes Dutzend 4x4 oder Wohnmobile bietet. Es gibt einen Sanitärblock, eine Küche sowie einen Salon. Camping 1.500 UM pro Person mit HP, Frühstück 1.000 – 1.500 UM Und natürlich werden Exkursionen angeboten. Es gibt auch ein Teleskop, um die Sterne anzuschauen.
Und wenn Mahmoud anbietet, Sie mit in seinem Oasengarten zu nehmen, sagen Sie ja. Schon die 4 km lange Fahrt dorthin ist wunderschön, es geht durch das sandige Oued, das von hohen Sanddünen eingerahmt ist. Auf der rechten Seite liegen die Reste des alten, vom Sand verwehten Chinguetti. Der Garten ist dann ein richtiges kleines Paradies, in dem sich während eines heißen Tages wunderschön ruhen lässt. Man kann aber auch über Nacht bleiben. Im Garten wachsen alle möglichen Arten von Früchten, Mahmoud ist der einzige, der das Experiment wagt, neben Datteln noch Obst anzupflanzen und er hat großen Erfolg damit. Es gibt Weintrauben, Mangos, Granatäpfel und vieles mehr. Zur Abkühlung kann man in ein kleines Wasserbecken springen. In den Dünen auf der anderen Seite des Oued wird Mahmoud eine weitere Auberge bauen.
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